GEB KITA Radolfzell | Stellungnahme des GEB Kita zu einer neuen Kinderkrippe in Containerbauweise
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Stellungnahme des GEB Kita zu einer neuen Kinderkrippe in Containerbauweise

Der Gemeinderat hat in seiner Sitzung vom 8. Mai 2018 die Einrichtung einer zweigruppigen
Kinderkrippe in Containerbauweise zugestimmt. Dieses Vorgehen ist gut und richtig – geht uns
aber nicht weit genug.
Die Stadt Radolfzell hat seit Jahren bereits zu wenig Betreuungsplätze, vor allem im Bereich der
unter dreijährigen Kinder und im Ganztagsbereich. Es ist mittlerweile bekannt, dass der
Rechtsanspruch für einen Betreuungsplatz ab dem ersten Lebensjahr dazu geführt hat, dass
viele Kinder Betreuung in Anspruch nehmen. Der Rechtsanspruch ging von einer Quote von 34%
Kinder eines Jahrgangs aus, die zu betreuen seien. In Konstanz sei aktuell eine Quote von ca.
54% notwendig, um nach den aktuellen Erkenntnissen den Rechtsanspruch umfassend zu
gewährleisten. Über das zentrale Vormerksystem ist auch in Radolfzell deutlich, dass es seit
Jahren zu wenige Plätze gibt. Der Rechtsanspruch besagt für Eltern jedoch kein Recht auf einen
Ganztagsplatz, einen Platz in Wohnortnähe oder mit passendem pädagogischen Konzept.
Familienfreundlich wäre es aber, genug Plätze zu haben, so dass sich Familien darauf verlassen
können, einen Betreuungsplatz zu erhalten, der zu ihrer familiären Situation passt. Immer
wieder erreichen uns Anrufe verzweifelter Eltern, die keinen Betreuungsplatz haben oder einen,
der sich mit der Arbeitssituation der Familien nicht vereinbaren lässt.
Nun kommt also eine Krippe in Containerbauweise, die auf maximal fünf Jahre befristet ist. Wir
als Elternvertreter fordern aber, langfristig neue Betreuungsplätze zu schaffen. Radolfzell
wächst. Es wurden bereits in den letzten Monaten zahlreiche Neubauten bezogen, vieles weitere
wird gebaut oder geplant. Der Stadtverwaltung und den Gemeinderäten wurde ein starker
Bevölkerungszuwachs im Bereich der Vorschul- und Schulkinder bestätigt. Diese Kinder haben
einen Anspruch auf einen Betreuungsplatz – und es werden wahrscheinlich noch viel mehr.
Familienfreundlich wäre es zudem, wenn diese Betreuungsplätze qualitativ hochwertig und
Ganztagsplätze wären, damit Familien die optimale Vereinbarkeit von Familie und Beruf
ermöglicht wird. Familien brauchen in der heutigen Lebenssituation diese Flexibilität in den
Betreuungszeiten.
In der Gemeinderatssitzung wurde deutlich, dass es der Stadt nicht gelungen ist, alternative

Räume für die Eröffnung einer Krippe zu finden. Zudem wurde im Mai öffentlich, dass die AWO-
Spielstube seit zwei Jahren alternative Räume sucht und vielleicht zum 30. September schließt.

Hier wären in dem Fall weitere 20 Kinder, die bisher nicht auf einer Warteliste stehen, aber auch
einen Rechtsanspruch haben, zu betreuen.
Ein Weg wäre hier nach dem Vorschlag der Freien Grünen Liste auch unter diesem Aspekt die
Gründung einer städtischen Wohnungsbaugesellschaft, denn städtische Wohnungen könnten
sicherlich leichter für Kinderbetreuung nutzbar gemacht werden als Wohnungen auf dem freien
Markt. Wir fordern daher Gemeinderat und Stadtverwaltung auf, langfristige und die
verschiedenen Planungsbereiche (Bildung, Wohnen, Soziales etc.) übergreifende hochwertige
Lösungen anzustreben, um zusätzliche Betreuungsplätze zu schaffen und damit wieder einen
Schritt weiter hin zu einer familienfreundlichen Stadt zu gehen.