GEB KITA Radolfzell | Stellungnahme des GEB KiTa zur Präsentation des neuen Bestellsystems für das Mittagessen in der KiTa über MensaMax.
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Stellungnahme des GEB KiTa zur Präsentation des neuen Bestellsystems für das Mittagessen in der KiTa über MensaMax.

Der GEB KiTa bedankt sich für die informative Vorstellung des Bestellverfahrens mit MensaMax und die anschließende konstruktive Diskussion mit Vertretern der Stadtverwaltung, Fraktionsmitgliedern des Gemeinderates, dem GEB Schulen und Herrn Breustedt von MensaMax.

Wir, der GEB KiTA, begrüßen ein verlässliches Abrechnungssystem, das die Abrechnung der Essensgelder vereinfacht und regelmäßig erstellt. Es ist im Sinne der Elternschaft, dass Familien nicht mehr monatelang auf die Abrechnung warten müssen.

Im folgenden möchten wir zu einigen Details der vorgestellten Lösung Stellung nehmen.

Barrierefreiheit:

MensaMax ist eine browserbasierte Web-Anwendung und sie soll in allen gängigen Browsern funktionieren. Die Anwendung selbst ist nicht barrierefrei gestaltet. So gibt es keine Alternativen für Personen, die mit geschriebenem Text Probleme haben sowie Menschen mit einer Sehbehinderung. Die Anwendung selbst ist nicht mehrsprachig, was bei Familien, in denen wenig bis kein Deutsch gesprochen wird, zu Problemen führen kann. Eine adäquate Alternative wurde hierfür nicht vorgestellt. Unserer Meinung nach sollten besonders Online-Angebote, die von einer Behörde oder öffentlichen Stelle eingeführt werden, im Sinne der Inklusion und Integration diese Kriterien erfüllen. Davon abgesehen ist die Webversion MensaMax ein sehr intuitives Tool, das sich einfach bedienen lässt. Die angebotene App wird im Google Play Store hingegen nur mit 1,4 von 5 Sternen bewertet.

Sicherheit:

Außer den abrechnungsrelevanten personenbezogenen Daten müssen in MensaMax auch die besuchte Einrichtung und die Gruppe angegeben werden. Durch die Bestellung bzw. Abbestellung des Essens ist es so also ein Leichtes, herauszufinden, wann ein Kind vermutlich krank oder im Urlaub ist. Im Sinne des Schutzes unserer Kinder ist hier mit viel Vorsicht zu handeln und es muss sichergestellt werden, dass diese Daten nicht in die falschen Hände geraten.

Kosten:

Neben den Initialisierungskosten von 10.000 EUR, die die Stadtverwaltung tragen wird, entstehen für die Elternschaft erhebliche Kosten. Diese Kosten berechnen sich nach der Anzahl der tatsächlich ausgelieferten Essen. Denn für jedes Essen, das über MensaMax bestellt und vom Caterer ausgeliefert wird, bezahlt die Familie (welche das Essen für Kinder in der Ganztagesbetreuung bestellen muss) 0,20 EUR. Ausgehend von 120.000 Essen pro Jahr (Vergleichszahl von 2019) sind dies 24.000 EUR/Jahr. Eine Anhebung dieses Klickpreises ist vertraglich bereits vorgesehen und wird darüber hinaus auch nicht ausgeschlossen. Für die Elternschaft bedeutet dies, dass sie keine Preissicherheit haben. Vertragspartner mit MensaMax ist der Träger, dennoch soll die Elternschaft die anfallenden Kosten tragen.

Aufwand:

Im Vergleich zum jetzigen System entsteht für die Familien mit Kindern in der Ganztagesbetreuung, bei der verpflichtend das angebotene Essen in der Tageseinrichtung abgenommen werden muss, ein Mehraufwand. Bisher war es klar, dass das Kind wenn es in der Einrichtung ist, es auch etwas zu Essen bekommt – ohne dass die Eltern hierfür etwas organisieren müssen. Lediglich wenn das Kind nicht kommen konnte (z.B. bei Krankheit), nicht in die Einrichtung kommen konnte mussten dies die Eltern bis zu einer bestimmten Uhrzeit der Einrichtung mitteilen, damit auch das Essen für die entsprechenden Tage abbestellt werden konnte.

Nach dem neuen System müssen die Eltern nun das Essen bestellen (was sie bisher nicht mussten), und zusätzlich auch wieder abbestellen, falls das Kind nicht in die KiTa kann. In der KiTa muss das Kind aber weiterhin abgemeldet werden. Neben dem Anruf in der Einrichtung ist jetzt also noch die Abbestellung des Essens selbst vorzunehmen. Der Anruf in der KiTa läuft unserer Erfahrung und nach Aussage anderer Eltern reibungslos.

Ausfall:

Es muss sicher gestellt werden, dass Kinder, deren Eltern keine Mahlzeit bestellt haben, nicht ohne Essen den Tag überstehen müssen. Die Aussage der Verantwortlichen während der Diskussion, dass kein Kind hungrig vom Tisch aufstehen werde, ist aus Sicht der Eltern in diesem Zusammenhang zu schwammig. Der GEB KiTa fordert daher, dass ein solches Notfallkonzept konkretisiert wird.

Fazit:

Dem GEB KiTA ist bewusst, dass die Abrechnung für so viele Essen mit Aufwand und Kosten verbunden ist. Wir begrüßen daher ausdrücklich die Einführung eines effizienten Abrechnungsystems.

Allerdings ist es nicht akzeptabel, dass die laufenden Kosten für ein solches System zu 100% von der Elternschaft zu tragen sind, die von diesem System aber nicht profitiert. Im Gegenteil: Es entsteht der Eindruck, dass die Stadtverwaltung hier Aufgaben auslagern möchte, ohne als Auftraggeber die Kosten zu tragen. Es scheint dass die Verwaltungskosten jetzt der Elternschaft aufgebürdet werden sollen, die keine andere Möglichkeit hat, als das Essen in der KiTa abzunehmen und die Modalitäten hinzunehmen.

Die Elternschaft übernimmt gerne die Verantwortung der Bestellung des Essens, wenn dies sicher dazu führt, dass dem pädagogischen Personal in den Einrichtungen nachweislich mehr Zeit für die pädagogische Arbeit mit den Kindern bleibt. Die Elternschaft übernimmt allerdings nicht gerne eine effektive Preiserhöhung des Essens, wenn diese nicht zu einer besseren Qualität des Essens führt, sondern lediglich dem Verwaltungsapparat zugute kommt.

Wir fordern daher, dass erneut über die Verteilung der Kosten diskutiert wird.

Des weiteren fordern wir einen Probelauf und dass nach regelmäßigen Abständen (z.B. 6, 12 und 18 Monaten) geprüft wird, ob das neue Bestellsystem tatsächlich zu den Erleichterungen geführt hat, wie sie jetzt geplant und erhofft werden. Hierfür sollten alle Beteiligten, Vertreter der Stadtverwaltung, der KiTa und des GEB KiTa und Vertretern der Schulen bzw. Kinderzeit und dem GEB Schule zusammenkommen.

Bei Fragen wenden Sie sich bitte an info@geb-kita-radolfzell.de